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Sägepalme (Serenoa repens) bei benigner Prostatahyperplasie

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Hintergrund

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine nicht maligne Vergrößerung der Prostata, welche zu obstruktiven und irritativen Symptomen des unteren Harntraktes (lower urinary tract symptoms, LUTS) führen kann. LUTS, die mit BPH assoziiert sind, werden häufig mit aus Pflanzen und Kräutern hergestellten Phytotherapeutika behandelt. Der Extrakt der Beere der Aamerikanischen Säge‐ bzw. Zwergpalme Serenoa repens (SR), welche auch unter der botanischen Bezeichnung Sabal serrulatum bekannt ist, ist eines von verschiedenen zur Verfügung stehenden Phytotherapeutika zur Behandlung der BPH.

Ziele

Ziel des systematischen Reviews ist, die Wirkungen und Schäden von Serenoa repens für die Behandlung der LUTS bei Männern mit einer BPH zu beurteilen.

Literatursuche

Wir suchten in allgemeinen und spezifischen Datenbanken, einschließlich Cochrane Central Register of Controlled Trials (CENTRAL), MEDLINE®, EMBASE, CINAHL®, Web of Science, SCOPUS, BIOSIS Previews®, LILACS, ClinicalTrials.gov, Controlled‐Trials.com, World Health Organization (WHO) und Google Scholar nach Studien. Außerdem wurden systematische Reviews, Referenzen und Behandlungsleitlinien händisch durchsucht. Es bestand keine Einschränkung hinsichtlich der Sprache.

Auswahlkriterien

Studien waren geeignet, wenn sie in einem randomisierten Vergleich Männer mit symptomatischer BPH einschlossen, die für mindestens vier Wochen mit SR (als Mono‐ oder Kombinationstherapie) im Vergleich zu Placebo oder einer anderen Intervention behandelt wurden und klinische Endpunkte, wie Skalen für urologische Symptome, Symptome und urodynamische Messparameter erfasst wurden. Mindestens zwei Autoren (JT, RM) beurteilten unabhängig voneinander die Einschlussfähigkeit der Studien.

Datenerhebung und ‐analyse

Ein Review‐Autor (JT) extrahierte Informationen zu Patienten, Interventionen und Endpunkten, welche dann von einem weiteren Autor (RM) überprüft wurden. Der Hauptendpunkt, um die Wirksamkeit von SR gegenüber Placebo/einer aktiven Kontrolle zu beurteilen, war die Veränderung der Werte urologischer Symptomskalen, wobei validierte Skalen gegenüber unvalidierten als höherwertig eingestuft wurden. Sekundäre Endpunkte umfassten Veränderungen bezüglich einer Nykturie und urodynamische Messparameter. Der Hauptendpunkt bezüglich Schäden war die Anzahl der Männer, die unerwünschte Wirkungen berichteten.

Wesentliche Ergebnisse

In einer Metaanalyse von zwei hochwertigen Langzeitstudien (n = 582) war eine Therapie mit Serenoa repens Placebo in der Reduktion von LUTS, basierend auf der AUA, nicht überlegen (Mittelwertdifferenz (MD) 0,25 Punkte, 95% Konfidenzintervall (KI) ‐0,58 bis 1,07). Eine über 72 Wochen andauernde Studie mit Evidenz von hoher Qualität, welche den American Urological Association Symptom Score Index benutzte, berichtete, dass SR in doppelter und dreifacher Dosierung einer Placebo‐Therapie ebenfalls nicht überlegen war. In derselben Studie war der Anteil der klinischen Responder (Verbesserung um mindestens 3 Punkte) nahezu identisch (42,6% und 44,2% für SR bzw. Placebo) und unterschieden sich nicht signifikant (RR 0,96, 95% KI 0,76 bis 1,22).

Diese Aktualisierung, welche unsere vorherigen Schlussfolgerungen nicht ändert, schloss zwei neue Studien mit 444 zusätzlichen männlichen Teilnehmern ein, was einem Zuwachs von 8,5% (5666/5222) gegenüber der Review‐Aktualisierung von 2009 entspricht und einem Zuwachs von 28,8% (1988/1544) bezüglich unseres hauptsächlichen Vergleiches, SR Monotherapie vs. Placebo (17 Studien). Insgesamt wurden 5.666 Männer aus 32 randomisierten kontrollierten Studien mit einer Studiendauer von 4 bis 72 Wochen ausgewertet. 27 Studien waren doppelverblindet und 14 Studien hatten eine hinreichend verdeckte Gruppenzuteilung.

In einer Studie mit Evidenz von hoher Qualität (n = 369) führte SR nicht zu einem signifikanten Rückgang der nächtlichen Miktionen auf der AUA Nocturia Scale (auf einer Skala von 0 bis 5) nach 72‐wöchiger Nachbeobachtung (einseitiger Test, p=0,19).

Die drei hochwertigen Studien mit mittlerer bis langer Studiendauer fanden heraus, dass die maximale Harnflussrate durch Serenoa repens gegenüber Placebo nicht verbessert wurde (MD 0,40 ml/s, 95% CI ‐0,30 bis 1,09).

Bei dem Vergleich der Prostatagröße (durchschnittliche Änderung vom Ausgangswert) berichtete eine hochwertige 12‐Monatsstudie keinen signifikanten Unterschied zwischen SR und Placebo (MD‐1,22 cc, 95% CI ‐3,91 bis 1,47).

Schlussfolgerungen der Autoren

Serenoa repens in doppelter und dreifacher Dosierung führte zu keiner Verbesserung in der Harnflussrate oder Prostatagröße bei Männern mit Symptomen des unteren Harntraktes infolge einer BPH.

PICO

Population
Intervention
Comparison
Outcome

El uso y la enseñanza del modelo PICO están muy extendidos en el ámbito de la atención sanitaria basada en la evidencia para formular preguntas y estrategias de búsqueda y para caracterizar estudios o metanálisis clínicos. PICO son las siglas en inglés de cuatro posibles componentes de una pregunta de investigación: paciente, población o problema; intervención; comparación; desenlace (outcome).

Para saber más sobre el uso del modelo PICO, puede consultar el Manual Cochrane.

Plain language summary

Serenoa repens for benign prostatic hyperplasia

Benign prostatic hyperplasia (BPH) is the nonmalignant enlargement of the prostate gland that is caused by an increase in volume of epithelial (top layer of tissue that line cavities and surfaces of the body) and stromal (connective tissue) cells. This increase in cells can, over time, create fairly large, discrete nodules in the periurethral region of the prostate, and in turn can restrict the urethral canal causing partial or complete blockage.

The use of plants and herbs (phytotherapy) for the treatment of lower urinary tract symptoms associated with BPH is common and has been growing steadily in most Western countries. The extract of the berry of the American saw palmetto, or dwarf palm plant, Serenoa repens (SR), which is also known by its botanical name of Sabal serrulatum, is one of several phytotherapeutic agents available for the treatment of BPH.

The update of this review included 32 randomized controlled trials involving 5666 men.

Compared with placebo, Serenoa repens, at double and triple the usual dose, provides no improvement for nocturia, peak urine flow, and symptom scores for men with benign prostatic hyperplasia.